Streckenmeldungen 2005

Schwarzwaldbahn

Karlsruhe - Offenburg - Singen (Htwl) - Konstanz  (Kursbuchstrecke 720)

 
Unter "Schwarzwaldbahn" verstand man ursprünglich die Strecke Offenburg - Hausach - Triberg - Villingen - Singen. Im Kursbuch wird die Tabelle KBS 720 (Offenburg - Konstanz) mit "Schwarzwaldbahn" überschrieben. Die (Wieder-) Aufnahme des durchgehenden Regionalverkehrs zwischen Karlsruhe und Konstanz erfolgte im Juni 2001. Nach der Ausschreibung im Jahr 2004 und der Vergabe der Verkehrsleistungen ab Dezember 2006 an die DB Schwarzwaldbahn GmbH wird der Name "Schwarzwaldbahn" für die 252 km lange Gesamtstrecke Karlsruhe - Konstanz verwendet.
In den Streckenmeldungen "Schwarzwaldbahn" wird schwerpunktmäßig weiterhin über den Abschnitt Offenburg - Konstanz berichtet. Die Berichte vom Abschnitt Karlsruhe - Offenburg sind unter KBS 702 zu finden.

KBS 720 (Karlsruhe -) Offenburg - Singen(Htwl) - Konstanz "Schwarzwaldbahn"
Eisenbahn-Themen Südwest: Elektro-Traktion auf der Schwarzwaldbahn
KBS 721 Offenburg - Hausach - Schiltach - Alpirsbach - Freudenstadt Hbf (Kinzigtalbahn)
KBS 722 Biberach (Baden) - Oberharmersbach (Harmersbachtalbahn)
KBS 741 Eutingen im Gäu - Freudenstadt Hbf
"Ringzug" Schwarzwald-Baar-Heuberg (KBS 720, 727, 740, 742, 755)
Ortenaukreis / Tarifverbund Ortenau
Besondere Angebote auf der Schwarzwaldbahn

Stand: 11.2005


 
KBS 720  (Karlsruhe -) Offenburg - Singen(Htwl) - Konstanz "Schwarzwaldbahn"
 

siehe auch unter "Bahn-Themen":
Schwarzwaldbahn-Geschichte 1905: Zweigleisiger Ausbau der Schwarzwaldbahn
und eine ander Schwarzwaldbahn-Geschichte: Verstümmelung der Infrastruktur durch Gleisabbau
Ausschreibung der Verkehrsleistung ab Dezember 2006 durch das Ministeriums für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg (14.01.2003)
Pressemeldung des Ministeriums für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg zur Bekanntgabe des Zuschlags (15.01.2004)

 

(Meldung vom 15.01.2004) Über die Ausschreibung der Verkehrsleistung auf der Schwarzwaldbahn und die beim Umwelt- und Verkehrsministerium Baden-Württemberg eingegangenen Angebote ist an dieser Stelle bereits mehrfach berichtet worden. Das Angebot der DB Schwarzwaldbahn GmbH bekam am 15.01.2004 den Zuschlag zur Übernahme der SPNV- Leistungen ab Dezember 2006 zwischen Karlsruhe und Konstanz. EuroTHURBO GmbH wird weiterhin die SPNV-Leistungen zwischen Engen und Konstanz erbringen. Die Vertragslaufzeit beträgt 10 Jahre bei einem Volumen von etwa 3,1 Mio Zugkilometer pro Jahr von DB Schwarzwaldbahn GmbH und etwa 1,1 Mio Zgkm/a durch EuroTHURBO.

Während durch die Verträge zwischen dem Land Baden-Württemberg und den Eisenbahnverkehrsunternehmen im SPNV auf Jahre hinaus verlässliche Situationen geschaffen worden sind, stellt sich die Lage beim der Infrastruktur (Netz und Personenbahnhöfe), aber auch im Güterverkehr unklarer dar. Der Abbau im Bereich des Personals, besonders aber bei den Sachwerten, soll die Bilanz verbessern helfen und hat offensichtlich in erster Linie die schnelle "Börsentauglichkeit" zum Ziel. Die Folgen sind Abbau, wo Erneuerung oder Reparatur angesagt wäre, oder Kündigung und Verkauf, wo eine Nutzung im Sinne der Gesamtheit des Eisenbahnverkehrs vorzuziehen wäre.

Überholung in Gengenbach über Gleis 3, Übergang ist frei

Das oben gezeigte Foto, mit der Überholung im Bahnhof Gengenbach ist in dieser Form nicht mehr aufgenommen werden. Hier findet am 24.12.2002 eine betrieblich bedingte Überholung der OSB durch einen Regionalexpress nach Konstanz statt. Da der Fahrdienstleiter frühzeitig von der bevorstehenden Überholung in Kenntnis gesetzt worden war, konnte er vorbildlich disponieren. Der RS1 der Ortenau-S-Bahn wurde in Gleis 2 gestellt. Der Übergang zum Bahnsteig wurde nach dem Halt des Triebwagens wieder geöffnet, damit die aussteigenden Fahrgäste der OSB, wie auch die Fahrgäste für den Regionalexpress, die Gleise 1 und 2 überschreiten konnten. Bis unmittelbar vor der Abfahrt des RE, der Zugführer gibt gerade Signal Zp9 mit der Handscheibe, konnten die Kunden der Bahn vom Hausbahnsteig, wo sich Fahrkartenschalter und die Automaten befinden, zum Zug gelangen. Gleis 3 wurde am 15.12.2004 für Zugfahrten endgültig gesperrt. Jetzt müssen die Fahrgäste bereits 5 Minuten vor Abfahrt eines Zuges vom Hausbahnsteig Gleis 2 hinüber wechseln, um noch eine Chance zur Mitfahrt im Zug zu haben.
Siehe dazu auch unter "Bahn-Themen": Verstümmelung der Infrastruktur durch Gleisabbau.

 

Elektrische Traktion auf der Schwarzwaldbahn

Schon mehrfach in der Geschichte der Schwarzwaldbahn gab es Phasen erheblicher Veränderungen bei der Traktion von Personen- und Güterzügen. Die Ablösung der Dampfloks begann mit der Stationierung der legendären V 200 im BW Villingen im Jahr 1956. Aber erst in einem zweiten Anlauf hatten es die Großdieselloks der Baureihe V 2000 im Jahr 1964 geschafft, die Dampftraktion mit den Loks der BR 39, aber auch vielen anderen eingesetzten Dampflokbaureihen, von der Schwarzwaldbahn zu verdrängen. Sie und ihre ebenfalls in Villingen stationierten Schwestern der BR V 2001 wurden wiederum mit der Inbetriebnahme der Elektrifizierung zwischen Offenburg und Villingen am 28.09.1975 und Villingen - Konstanz am 25.09.1977 entbehrlich. Mit Verbrennungsmotoren fuhren nur noch einige Schienenbusse bis Mai 1994 auf der Schwarzwaldbahn, abgesehen von mit V 60, V 90 und V 100 bespannten Übergaben und Güterzügen. Eine besondere Ausnahme stellten die im Turnusverkehr in den Achtzigerjahren eingesetzten VT 115 dar.

Von September 1975 an hatte die Elektrotraktion die Zugförderung auf der anspruchsvollen Strecke zu bewältigen. Die im Bild links gerade noch zu erkennende 110 454 kämpft nicht nur gegen die Steigung, sondern auch gegen Neuschnee in erheblichem Umfang im berüchtigten Schneeloch am oberen Ausgang des Großen Triberger Tunnels. Die Schienenköpfe sind am Nachmittag des 19.12.2004 trotz der dichten Zugfolge nicht mehr zu erkennen.

Lesen Sie weiter unter
Bahn-Themen":
Elektro-Traktion
auf der Schwarzwaldbahn.

Der Fahrplanwechsel brachte kaum Änderungen auf der Schwarzwaldbahn. Allerdings werden die RE / IRE zwischen Karlsruhe und Konstanz vermehrt durch Loks der Baureihe 111, die früher schon vor Interregios auf der Schwarzwaldbahn zum Einsatz kamen, geführt. Drei Loks der Baureihe 110.4 konnten damit an Dortmund abgegeben werden.

Seit dem 12.12.2004 wird der Haltepunkt Konstanz Fürstenberg vom Seehas bedient. Im DB Kursbuch "Regionalverkehr G" gewinnt man allerdings den Eindruck, dass auch RE 31845 in "Konstanz-Fürtsenberg" (unverbessert abgeschrieben) halten würde. Dem ist nicht so. Auch der jeweils zweimalige Halt des Seehas 9821 und folgender im zeitlichen Abstand von nur zwei Minuten in Konstanz-Wollmatingen ist wohl auf eine kurzzeitige Verwirrung des Tabellenschreibers zurückzuführen.

Die Trassenengpässe auf dem noch zweigleisigen Abschnitt der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Basel und am Hochrhein führten ab 04.01.2005 zur Wiederaufnahme des Kerosinverkehrs vom Tanklager Kehl-Kork nach Glattbrugg (Zürich) über die Schwarzwaldbahn. Der erste Zug (46333) mit 22 Kesselwagen und einer Anhängelast von 1780 t war mit zwei Loks der BR 185 als Zug- und einer Lok 152 als Schiebelok bespannt. Die Folgezüge über die Mittelgebirgsstrecke verkehren dienstags und donnerstags nur noch mit einer Zug- und einer Schiebelok (beide 185), die anfangs bis Singen am Zug bleiben. Die bisherigen Kesselwagenzüge zum Tanklager Schwenningen, montags bis freitags, werden in Hausach geteilt (zweimal neun Kesselwagen) und von einer Lok 185 über die Bergstrecke geführt.

1780 Tonnen Kerosinzug über die Schwarzwaldbahn nach Glattbrugg Auf der Steigungsstrecke des Kernstück der Schwarzwaldbahn kann man die "Anstrengung" der beiden Loks hören, wenn sie die 1780 t der mit Kerosin beladenen 22 Kesselwagen den Berg hinauf ziehen und schieben. Aber fotografieren kann man den 400m langen Zug kaum in ganzer Länge. Das klappt hingegen im unteren Kinzigtal, wo der Zug dem Verlauf der Kinzig, wie im Foto oben unterhalb der Weinberge Gengenbachs, folgt.

Die DB Schwarzwaldbahn GmbH zeigt sich sehr bemüht um Attraktivitätssteigerungen in Bereichen, um die sich DB Regio und ihre Vorgänger bisher weniger gekümmert hatte. Zu Beginn der neuen Wandersaison sind an einigen Stellen rund um die Schwarzwaldbahn bereits Änderungen erkennbar, die Schwarzwaldbahn-Manager Dirk Andres auf geschickte Weise angeregt hatte: Mit den Revierleitern der Forstämter Triberg und Villingen und einem Vertreter der Schwarzwald-Touristik befuhr er im Turmtriebwagen den mittleren Teil der Schwarzwaldbahn unter dem Motto "sichten und lichten". Der Baumbestand, zweifellos ein ganz wichtiger Bestandteil des Schwarzwalds, hat in den letzten Jahrzehnten durch natürliches Wachstum zu einer optischen Isolierung der wunderschönen Bahnstrecke, mit - früher - ebenso schönen Ausblicken für die Reisenden, geführt. Was nützt ein Aussichtspunkt "Dreibahnenblick", wenn nur noch Bäume zu sehen sind. Seit März wird dieser durch Freischnitt seinem Namen wieder gerecht. Weitere begrenzte Rodungsmaßnahmen werden folgen.

freie Sicht am Dreibahnenblick auf V200 Der Blick auf die Strecke, sei es vom Aussichtspunkt oder aus dem fahrenden Zug, zeigt, wie dezent sich (von einigen Betonmauern aus den Achzigerjahren abgesehen) die Schwarzwaldbahn in ihre schöne Umgebung einschmiegt. Diese Strecke ist ein technische Wunderwerk und gleichzeitig ästhetisch mit der Landschaft verbunden - und das soll man auch sehen.

Das Foto rechts entstand am Ostersonntag vom Aussichtspunkt "Dreibahnenblick" oberhalb des Gaisloch-Tunnels. Der Blick ist frei auf V 200 135, die mit ihrem kurzen Sonderzug gerade den Hohnen-Tunnel (oberer Bildrand) verlassen hat und den kurzen Gaisloch-Tunnel gleich durchfahren wird. Vier Minuten später, nach der Umfahrung des Seelenwalds, wird der Zug 90 m unterhalb des Betrachters wieder aus dem Gummambs- Tunnel auftauchen, um nach weiteren zwei Minuten Triberg zu erreichen. (27.03.05 /pa)

 
Schwarzwaldbahn-Bonusheft Ende März konnte Dirk Andres auch das neue Bonusheft für die Bahnkunden der Schwarzwald- bahn vorlegen. Zwischen Karlsruhe und Konstanz bieten die Gutscheine dieses Heftes, üblicherweise bei gleichzeitiger Vorlage eines Baden-Würt- temberg-Tickets, verbilligte Eintrittspreise für eine breite Palette von Angeboten an der Strecke, von Kultur über Touristisches bis Wellness. Hiermit werden wichtige Anreize geschaffen für Freizeitaktivitäten in der Region - und mit der Bahn.

Richtig "erfahrbar" wird die Schwarzwaldbahn und die schöne Landschaft zwischen Oberrhein und Bodensee durch die Kombination der Bahnfahrt mit der Wanderung oder Fahrradtour.

Wandern mit dem Schwarzwaldverein und der Schwarzwaldbahn Mit einer Broschüre "Wander-Erlebnis mit der Schwarzwaldbahn" entstand in Zusammenarbeit mit dem Schwarzwaldverein ein abwechslungsreiches Programm.

Wanderziele und Termine finden Sie unter "Besondere Angebote auf der Schwarzwaldbahn"

Seit dem 1. Mai 2005 (jeweils bis Oktober) verkehrt wird wieder ein Fahrradzug an den Wochenenden zwischen Karlsruhe und Donaueschingen. Dieser "Schwarzwald-Rad-Express" soll die An- und Abreise in den Schwarzwald und ins Donautal erleichtern (und die Züge des Taktverkehrs entlasten und damit Verspätungen duch die Verladung von Fahrrädern verringern).

Vom 26. April bis 18. Juni 2005 sind die Nächte an der Schwarzwaldbahn kürzer, genauer gesagt - die Betriebsruhe auf der Strecke. Wegen Bauarbeiten an der Gäubahn zwischen Tuttlingen und Hattingen werden Güterzüge in den späten Nachtstunden von Singen über die Schwarzwaldbahn nach Kornwestheim und Mannheim umgeleitet. In Gegenrichtung verlässt bereits um kurz nach 3 Uhr morgens der erste schwere Güterzug mit Schiebelok Offenburg in Richtung Singen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Umleitung zur Verlängerung der baustellenbedingten Sperrpausen auf der Gäubahn gleichzeitig als Test für die Situation nach der Schließung des Güterbahnhofs Kornwestheim im Herbst 2005 genutzt wird. Eine Führung der Güterzüge zwischen Mannheim und Singen könnte Engpässe auf der teilweise eingleisigen Gäubahn vermindern.

(29.06.2005) Es war ein "schwarzer" Tag auf der Schwarzwaldbahn, sehr schwül nach einigen besonders heißen Tagen, zum Glück aber erst Mittwoch und nicht Freitag. Eine Streckensperrung zwischen Radolfzell und Konstanz, ausgelöst durch den Brand eines Fahrzeugs des "Seehas" der EUROThurbo, brachte ein erhebliches Durcheinander mit sich. Zwischen 15 und 18 Uhr lief so gut wie nichts mehr auf der Schiene zwischen Konstanz und Radolfzell, aber auch darüber hinaus ergaben sich erhebliche Einschränkungen, denn unglücklicherweise waren ganze Züge in Konstanz eingeschlossen. Durch ungünstige Disposition war ab 15.15 Uhr keine Ausrüstung des Seehas mehr zwischen Radolfzell und Engen verfügbar, die einen verkürzten Pendelbetrieb hätte aufnehmen können. Von der DB saßen IC 2274 (Konstanz - Kassel Hbf) und eine Ausrüstung RE/IRE "in der Falle". RE 4113 wendete in Radolfzell auf RE 4118 nach Karlsruhe (mit über 30 Minuten Verspätung). Auch der nachfolgende IRE 4120 fuhr noch mit halbstündiger Verspätung über den Schwarzwald.

Störungen im Betriebsablauf lassen sich niemals ganz zu vermeiden. Der oben geschilderte Fall lässt sich aber, trotz der unglücklichen Disposition auf Grund der unklaren Lage bezüglich des liegengebliebenen Seehas, durchaus auch von einer positiven Komponente zu berichten. Der Ausfall von RE 4116 nach Karlsruhe wurde durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit der DB Schwarzwaldbahn GmbH und der Hohenzollerischen Landesbahn AG HzL ohne großen Zeitverzug ein Ersatz für den Teillaufweg zwischen Immendingen und Karlsruhe organisiert. Als Zug 31770 fuhren zwei RegioShuttle der HzL über die Schwarzwaldbahn, im Rheintal von einem Tf des Partnerunternehmens Ortenau-S-Bahn auf dem Führerstand.

RS1 der HzL in Rastatt Partner statt Konkurrenten
 
Aus ehemaligen Konkurrenten während der Ausschreibung von Verkehrsleistungen im Süd- westen sind Partner geworden. Das Foto zeigt die Rückleistung des ausgefallenen RE 4116, den Ersatzzug für RE 4119 in Rastatt. Die beiden RegioShuttle der HzL waren sehr kurzfristig mobilisiert worden und fuhren, abgesehen vom Streckenab- schnitt zwischen Radolfzell und Konstanz, nahezu pünktlich.
 

RS1 als RE-Ersatzzug RE 4119 gilt als ein besonders gut ausgelasteter Zug. Als der HzL-Ersatzzug mit zwei RS1 anstelle von fünf Silberlingen kurz nach 18 Uhr Karlsruhe in Richtung Konstanz verließ, herrschte durchaus "drangvolle" Enge. Die Reisenden nahmen die Unannehmlichkeiten eher gelassen hin. Etwa 260 Personen hatten sich in die beiden Fahrzeuge gequetscht. Das Foto rechts entstand erst, nachdem es hinter Bühl (Baden) möglich war die Aktentasche zu öffnen, um die Kamera heraus zu angeln. Als Vorteil erwies sich die Tatsache, dass es neben der Enge keine weitere "Bedrängnis" gab, denn die RS der Hzl sind, im Gegensatz zu den ähnlichen Fahrzeugen der Ortenau-S-Bahn, mit Toiletten ausgestattet. Nicht unerwähnt soll auch die hervorragende Ansagequalität bleiben. Eventuelles Missfallen wegen der eingeschränkten Beförderungsqualität wurde durch die höflichen und erklärenden Ansagen abgemildert.

"Bahn & Bike" bleibt auch im Jahr 2005 auf der Schwarzwaldbahn ein zwiespältiges Vergnügen. Zweifellos können im Freizeitverkehr durch die Möglichkeit der Fahrradbeförderung in den Zügen zusätzliche Fahrgäste gewonnen werden. Andererseits wird es bei hoher Auslastung einiger RE/IRE im Taktverkehr durch die vielen mitgenommenen Fahrräder nicht nur sehr eng, es kann auch der Fahrplan nicht eingehalten werden. Der Verlust von Anschlussbeziehungen, oder auch schon die Angst davor, verärgert die Kunden erheblich. Das zusätzliche Angebot für Fahrradfahrer, der "Schwarzwald-Rad-Express" an Sonntagen (während der Sommerferien auch samstags), kann als gescheitert angesehen werden.

Jan Ullrich und so fort ... Der eine oder andere Teilnehmer am Radrennen durch den Hochschwarzwald am 4. Juni 2005 hätte sich vielleicht kurz vor dem langen Anstieg von Triberg nach Schönwald hinauf eine Verladung in das Fahrradabteil des IRE 4111 gewünscht. Von St. Georgen aus wäre es dann in der Spitzengruppe - vor Jan Ullrich - wieder ins Tal hinunter gegangen ...

Trotz der besonders herausgegeben Broschüre, die u.a. in den RE/IRE auf der Schwarz- waldbahn angeboten wurde, blieb der zusätzliche Fahrrad-Express unbekannt. In Zeiten, als der Fahrkartenverkauf noch überwiegend am Bahnschalter stattfand, gab es eine bessere Steuerung durch persönliche Information. Ein mehr oder weniger zufälliger Aushang und einige (unter vielen) Prospekte an Reisezentren erreichen die Zielgruppe nur ungenügend.

Lichtungsarbeiten durch das THW

Während der Schulferien sollten im August wesentliche Änderungen im Spurplan des Bahnhofs Biberach (Baden) ausgeführt werden. Die vorgesehene Weichenverbindung zwischen Gleis 2 und 1 sollte eine sägezahnfreie Fahrt von Offenburg ins Harmersbachtal ermöglichen.
Zu viel "sollte" - mehr dazu unter KBS 722.

Foto links:
Nach ersten Rodungsarbeiten im März wurde inzwischen das THW (OV Schramberg) für die Lichtung des Gehölzes in besonderen Steillagen engagiert. Freigelegt wurden die Abschnitte vor dem Großhalden-Tunnel, zwischen Großem Triberger und Gummambs-Tunnel und am Gaisloch-Tunnel. Damit ist wenigstens an drei Stellen der Blick aus dem Zug auf den Streckenverlauf an der gegenüber liegenden Talseite ermöglicht. Auch für interessierte Wanderer wurde die Sicht auf die Strecke an diesen Stellen wieder geöffnet.

Unter "www.posten60.de" finden Sie übrigens Hinweise zum Aussichtspunkt "Drei-Bahnen-Blick".

Vor 30 Jahren, am 28.08.1975, fuhr der Eröffnungszug auf der Bergstrecke der Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Villingen, geführt von der mit Girlanden geschmückten 139 137-4. In einem sehr kostspieligen Verfahren mussten 34 der 36 Tunnel mit einer Gesamtlänge von annähernd 10 km bei laufendem Betrieb um 50 bis 60 cm in der Tunnelsohle abgesenkt werden, um das notwendige Profil für die Aufnahme der Fahrleitung zu erhalten. Der Kleine Triberger-Tunnel musste im Gewölbe aufgeweitet werden. Der besonders harte Triberger Granit setzte sich der Profilerweiterung so erfolgreich entgegen, dass nur mit Sprengungen die 75 000 m³ Fels herausgebrochen werden konnten. Die errechneten Fahrzeitgewinne, ein wesentliches Argument für die finanziellen Förderung der Elektrifizierung durch das Land Baden-Württemberg, stellten sich mit der Aufnahme des elektrischen Betriebs zum Fahrplanwechsel am 28.09.1975 nicht ein. Die vorgesehene BR 110 bekam durch das Bundesbahn-Zentralamt nur eine Zulassung mit der geringen Anfahrgrenzlast von 250 t zugesprochen. Somit war der Lokwechsel in Offenburg trotz der Elektrifizierung weiterhin für alle schwereren Züge notwendig. Die auf der Schwarzwaldbahn sehr erfolgreich eingesetzte BR 139 konnte aber das Geschwindigkeitsprofil der Strecke von Offenburg bis Gutach und ab Sommerau nicht ausnutzen. Anstelle des Lokwechsels in Offenburg wurden ab dem Sommerfahrplan 1978, inzwischen war der Fahrdraht bis Konstanz in Betrieb, von 110 durchgängig bespannte Züge ab einer Anfahrzuglast von 250 t zwischen Hausach und Sommerau durch die BR 139 nachgeschoben. Die Reisezeitgewinne lagen nun bei 16 min gegenüber der Dieseltraktion. Nach Versuchsfahrten im Herbst 1981 konnte die Anfahrgrenzlast für die BR 110 im Bereich der Steigungsstrecke auf 350 t, zu Beginn des Sommerfahrplans 1983 sogar auf 380 t angehoben werden. Somit konnte, mit Ausnahme des schweren FD 703 „Bodensee“, auf Nachschub verzichtet werden (weitere Informationen zur Elektrifizierung der Schwarzwaldbahn unter www.posten60.de).

An den vielen Baumaßnahmen zwischen August und Oktober 2005 konnten weder die Bahnkunden noch die Betreibergesellschaften Gefallen finden. In Biberach (Baden) wurden Weichen eingebaut (siehe dazu KBS 722), in Haslach eine Unterführung und ein Kanaldurchlass gebaut, rund um Hornberg Sicherungsarbeiten an Felsen und Vegetationsrückschnitt tagsüber durchgeführt, umfangreiche Bauarbeiten führten weiterhin zu Strecken-/Gleissperrungen auch zwischen Singen und Konstanz. Busersatzverkehre und eingleisiger Betrieb sorgten für Verspätungen, verpasste Anschlüsse und Verduss. Manche kostengünstig zur Tagzeit durchgeführt Maßnahme hätte früher nachts mit geringeren Einfluss auf den Betriebsablauf stattgefunden. Aber in der Unternehmensbilanz wirkt sich Ärger und Abwanderung vom Verkehrsträger Schiene erst später aus - vielleicht nach dem Börsengang. Vielfach wurde die Fahrgastinformation hingegen umfassend und kundenfreundlich organisiert. Gut gemeinte Pressemitteilungen führten allerdings in Einzelfällen, wohl durch das in manchen Redaktionen der Tagespresse tief verankerte Misstrauen gegenüber fremden Formulierungen, durch abgewandelte Wiedergabe zu mehr Verwirrungen als Leserinformation.

Die Bahnhof Radolfzell, allen Reisenden aus dem Norden auf der Fahrt nach Konstanz bekannt durch den ersten Sichtkontakt zum Bodensee (genauer: Untersee), soll nach dem Willen der Stadt neu gestaltet werden. Ziel ist ein schönerer Zugang zum See, denn zwischen der Stadt und jenem liegt nun mal die Bahn. Und der Ansprechpartner dieser Bahn wechselt, hier kann man der städtischen Aussage zustimmen, schneller, als die Planer vorankommen. Und überhaupt: die Bahn hat nichts gegen Veränderungen, solange sie nicht selbst investieren muss und andererseits aber von den Baumaßnahmen profitiert. Dem Reisenden kann das Geplänkel egal sein - seine Sicht auf den See, aber auch der Zugang vom Gleis 6 zum Bodenseeufer, ist ideal.

Neuigkeiten im Fahrplan ab 11.12.2005: siehe Streckenmeldungen 2006


 

KBS 720 Offenburg - Singen (Schwarzwaldbahn)
Eisenbahn-Themen Südwest: Elektro-Traktion auf der Schwarzwaldbahn
KBS 721 Offenburg - Hausach - Schiltach - Alpirsbach - Freudenstadt Hbf (Kinzigtalbahn)
KBS 722 Biberach (Baden) - Oberharmersbach (Harmersbachtalbahn)
KBS 741 Eutingen im Gäu - Freudenstadt Hbf
"Ringzug" Schwarzwald-Baar-Heuberg (KBS 720, 727, 740, 742, 755)
Ortenaukreis / Tarifverbund Ortenau